Themen: Migration, Digitalisierung, Europa/EU, Nachhaltigkeit_
Die Ausstellung «Wir, Saisonniers …» Zürich 1931–2026 in der Photobastei wurde von «histoire publique» in Zusammenarbeit mit den drei Genfer Organisationen Archives contestataires, Collège du Travail und Rosa Brux produziert und lenkt die öffentliche Aufmerksamkeit erneut auf die Geschichte von Hunderttausenden von Arbeiterinnen und Arbeitern, die zum Aufbau der heutigen Schweiz beigetragen haben, ohne dass ihr grundlegender Beitrag jemals öffentlich anerkannt worden wäre. Es sind Geschichten und Lebensbedingungen, die oft unbekannt geblieben sind oder für Menschen, die diese Erfahrungen nicht selbst gemacht haben, nur schwer nachvollziehbar sind: die vollständige Prekarisierung des Lebens, die Unmöglichkeit, die Zukunft zu planen, die Abhängigkeit vom Wohlwollen oder der Willkür der Arbeitgeber, die Verpflichtung, monatelang ohne die Familie zu leben oder sogar die eigenen Kinder zu verstecken. Das Saisonnierstatut beruhte auf der Vorstellung, Migrantinnen und Migranten ausschliesslich auf ihre Funktion als Arbeitskräfte zu reduzieren – Arbeitsmaschinen ohne menschliche Dimension, ohne Beziehungen und ohne andere Bedürfnisse als den Lohn. Und doch waren die Saisonniers Menschen, die mit der Realität dieses Landes in vielfältiger Weise in Kontakt standen und zu seiner Veränderung beigetragen haben. ...