Themen: Wissenschaft, Gesundheit
Regionen: International, International Unbestimmt
Eine dänisch-kanadische Auswertung von 124 vorregistrierten Beobachtungsstudien, meist zu Medikamenten oder Medizinprodukten, stellt häufige Abweichungen von den ursprünglich festgelegten Studienzielen fest. In 60 Studien veröffentlichten Forschende wichtige zuvor definierte Resultate nicht, stuften sie nachträglich herab oder präsentierten neue, ursprünglich nicht vorgesehene Endpunkte. In ungefähr drei Vierteln dieser Fälle erschienen dadurch statistisch signifikante Ergebnisse. Nur bei zwei der 60 Studien wurden Gründe für die Änderungen offengelegt. Ob Hersteller die Untersuchung finanzierten oder andere Geldquellen beteiligt waren, schien keinen Unterschied zu machen. Solche selektive Berichterstattung kann Ärztinnen, Ärzte und Patientinnen und Patienten irreführen und auch Übersichtsarbeiten verzerren. Die Autorinnen und Autoren der Auswertung fordern mehr Kontrolle durch Fachgutachter und Verfasser von Übersichtsarbeiten. Die Problematik dürfte grösser sein, weil nur ein kleiner Teil der Beobachtungsstudien vorab registriert wird und vollständige Studienprotokolle selten öffentlich zugänglich sind.