Themen: CH-Politik, Demokratie
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Der Autor vergleicht politische Kampagnen mit Marketing: Bedürfnisse liessen sich nicht erzeugen, sondern höchstens wecken. Er greift Aussagen des SVP-nahen Politikwerbers Alexander Segert auf, wonach viele ältere Menschen in gut funktionierenden Gemeinden Belastungen wie hohe Mieten, überfüllte Züge, Verkehrsprobleme, Schwierigkeiten an Schulen sowie Kriminalität weniger stark wahrnähmen. Deshalb hätten jüngst abgelehnte Initiativen – die Neutralitätsinitiative, «Keine 10-Millionen-Schweiz!» und «SRG – 200 Franken sind genug!» – trotz professioneller Kampagnen nicht genügend Zustimmung gefunden. Als Vergleich dient eine Kolumne der Financial Times über reiche Demokratien, die tiefere Krisen bräuchten, bevor sie grundlegende Veränderungen akzeptierten. Genannt werden die USA unter Jimmy Carter und Ronald Reagan sowie die Krisenpolitik in Südeuropa. Deutschland, Grossbritannien und Frankreich erscheinen dagegen als Länder ohne ausreichenden Reformdruck. Für die Schweiz folgert der Autor, der Veränderungsbedarf sei vorhanden, aber noch nicht stark genug spürbar. Die Abstimmung über die Bilateralen III im Jahr 2027 könne diesen Wandel auslösen.