Themen: Bildung, KI/Digital
Regionen: Schweiz, Zentralschweiz
Carl Bossard versteht Bildung als Entwicklung von Selbstständigkeit, Urteilskraft und Verantwortungsfähigkeit, die nicht durch blosse Methoden oder Kompetenzvorgaben entsteht. Kinder brauchten zunächst Halt, Bindung und Lehrpersonen, die gezielt unterstützen, ohne ihnen den Weg abzunehmen. Anhand eines Schülers, der nach zwei Hinweisen weiterarbeiten kann, beschreibt er Freiheit als Ergebnis einer tragfähigen Beziehung. Schule müsse Gegensätze im Gleichgewicht halten: Freiheit und Führung, Individualität und Gemeinschaft sowie Offenheit für Neues und Bewahrung dessen, was trägt. Digitale Möglichkeiten und künstliche Intelligenz seien dabei nützlich, ersetzten aber weder vertieftes Lesen noch sprachliches Ringen oder persönliche Begegnung. KI liefere Antworten, entbinde Menschen jedoch nicht davon, selbst zu unterscheiden und zu urteilen. Lernräume müssten auch Umwege, Irrtümer, Langsamkeit und Widerstand zulassen. Schwierige Texte, Aufgaben oder Widerspruch machten Denken notwendig. Die Aufgabe der Schule bestehe darin, Kindern den Halt für ihren nächsten eigenständigen Schritt zu geben.