Themen: CH-Politik, Innen-Politik
Regionen: Schweiz, Basel/NWCH
Die Baselbieter Regierung will die vergleichsweise geringe Gemeindeautonomie nicht erweitern. Dies geht aus ihrer Antwort auf eine Interpellation des Mitte-Landrats Dario Rigo hervor und wird historisch begründet. Im alten Kanton Basel waren Gemeinden zentrale Trägerinnen von Organisation und Widerstand gegen die städtische Obrigkeit, etwa in den Bauernkriegen von 1525 und 1653 sowie in den Revolutionen von 1798 und 1831. Nach der Gründung von Basel-Landschaft 1832 führten Konflikte über Pfarrerwahlen mehrfach zu einer Konfrontation mit dem Kanton. 1833 liess die Regierung Muttenz mit 600 Soldaten besetzen. Ein Jahr später intervenierte sie mit 400 Mann in Waldenburg, Oberdorf und Niederdorf, nachdem ein verhafteter Pfarrer befreit worden war; Oberwil wurde im selben Jahr mit 700 Mann besetzt. Militärische Eingriffe erwiesen sich langfristig nicht als Lösung. Die Verfassung von 1850 schränkte die Gemeindeautonomie ein, 1863 wurde sie teilweise wieder gelockert.