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Angriff von Öko-Piraten auf Partners-Gantner

Inside Paradeplatz
Angriff von Öko-Piraten auf Partners-Gantner

Partners Group-Mitbegründer Fredy Gantner wollte gestern Abend an seiner grossen Anti-Brüssel-Gala in Dübendorf gerade als Moderator ein Panel nach zwei professoralen Inputreferaten eröffnen. Da stürmte eine Handvoll Protestierende die Bühne. Ähnlich wie jüngst bei einem Auftritt von „Kriegsminister“ Martin Pfister in der Tonhalle. Eine „rote Flagge mit einem oliv-grünen Wassertropfen“ wurde hochgehalten. Kurze Verwirrung, Konsternation, kleines Chaos. Fredy Gantner ging nicht auf Distanz, sondern setzte seine ruhige und gewinnbringende Nahbarkeit auf souveräne Art ein. Er lieh dem hochdeutsch-sprechenden Kopf der Protestgruppe sein Mikrofon. Die mutmasslich aus der Klima-Sozialismus-Szene stammende Gruppe forderte die Rückgabe von 99 Prozent seines Reichtums an die Menschen, die für seinen Profit arbeiteten und dafür leiden würden. Ebenso wurde die Finanzierung von Datacenter und LNG-Projekten kritisiert. Das Publikum war ungeduldiger und quittierte den sich in die Länge ziehenden Auftritt mit Buhrufen und „ussä, ussä, ussä“. Beim Abgang von der Bühne im The Hall in Dübai kam es zu Handgreiflichkeiten. Im Aussenbereich sei sogar im Anschluss ein Security-Mitarbeiter verletzt worden. Er musste sich offenbar in Spitalpflege begeben. In Anlehnung an unbewilligte Demonstrationen scheinen offene Veranstaltungen zunehmend gestört zu werden. Ein unerfreulicher Trend, dem nicht nur mit „mehr Security“ entgegen gewirkt werden müsste. In einer Replik zum Protestvotum verwies Gantner auf seine eigenen bescheidenen Wurzeln als heranwachsendes Kind in Neuenhof. Er erhoffe sich mehr Respekt gegenüber seinem Engagement als Staatsbürger für die Schweiz. Dieses hätte nichts mit seinen Milliarden, der Partners Group und Vermögensvermehrung zu tun. Es ginge ihm und der ganzen Kompass-Bewegung um die Entwicklung der richtigen Pläne für die breite Bevölkerung. „Etwas zurückgeben, da ich viel Glück im Leben gehabt habe.“ Er wolle nicht, dass man in ihm nur einen Milliardär sehe. Ungeplant für den Abend war dann das Outing über seine privaten Finanzverhältnisse. Er und seine Frau Cornelia hätten 80 Prozent ihres Vermögens in Stiftungen platziert. Das sei zwar nicht „99 Prozent“, aber ein deutliches Signal. Der hohe Gast und Star des Abends war Lord David Frost. Als erstes kritisierte der Brite die anhaltende Negativpropaganda der Mainstream-Medien in Zusammenhang mit dem Brexit. Der hochkarätige Diplomat und Brexit-Chefunterhändler in der Regierung von Boris Johnson hielt seine Ausführungen in deutsch mit dem stets sympathisch wirkenden englischen Akzent. Trotz der komplizierten Situation in Nordirland hätte das Vereinigte Königreich nun die „Kontrolle zurück“. Nicht der Brexit sei seit 2016 an allem Schuld, sondern die „eigene schlechte Politik“, so seine schonungslose Analyse. „Auf der Insel wird wieder lebendig debattiert“, führte der Lord weiter aus. Vorher sei vieles der EU-Zentrale in Brüssels vorbehalten gewesen, das sei jetzt wieder anders. Und die eigenen Fehler könnten wieder korrigiert werden. Seine Empfehlung – oder eher Mahnung – an die rund 1’700 Anwesenden: „Überlegen Sie es sich gut“. Aus seiner langjährigen Erfahrung würde die EU niemals Befugnisse zurückgeben. Mit „ich bin noch durcheinander“ schloss ein sichtlich frustrierter Marcel Erni die über zweistündige Veranstaltung mit einer Serie von Stammtisch-Ausdrücken ab. Kritik übte Erni, der Partners-Group-Mitgründer, an Bundesrat und Parlament. Die gleichen Leute folgten dem Bürokratie-Monster EU, hätten aber keine wirkliche Lösung für die Finanzierung der AHV. Die differenziert und sachbezogen auftretenden Exponenten des Initiativkomitees rangen wiederholt mit den Kurzbotschaften in Hinblick auf die bevorstehende Abstimmung. Lord Frost erinnerte daran, dass die Brexit-Abstimmung mit dem Slogan „Take back control“ knapp gewonnen werden konnte. In Anlehnung daran könnte „Keep control“ für die Schweiz passen (ein Gedanke des Schreibenden). Oder vielleicht gibt einmal mehr der Teamsport, wie aktuell die Leistungen der Eishockey-Nationalmannschaft an der Heim-WM, den entscheidenden Impuls. Erni verabschiedete sich mit „Hopp Schwiiz“. So, wie wir sie kennen. So, wie sie bleiben soll: Eigenständig, anpassungsfähig, und erfolgreich.

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