Themen: Iran Krieg, Krieg&Frieden, Geopolitik
Regionen: International, Westasien
Der Krieg in Gaza, der auf die Terroranschläge der Hamas vom 7. Oktober 2023 folgte, markiert nach dieser Analyse einen Zusammenbruch westlicher moralischer Gewissheiten. Das Geschehen in Gaza wird als Genozid bezeichnet, der öffentlich und in Echtzeit verfolgt worden sei. Zugleich dürfe das tiefgreifende Trauma in Israel und darüber hinaus nicht ausgeblendet werden: Die Dimension und Brutalität der Angriffe habe, proportional gemessen, mehr Opfer gefordert als die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA. Für Millionen Menschen habe dies Erinnerungen an jahrhundertelange antisemitische Verfolgung bis zum nationalsozialistischen Genozid reaktiviert. Die daraus erwachsende, existenzielle Angst und das Gefühl eines Überlebenskampfes seien legitim. Nicht legitim sei jedoch, dass Benjamin Netanyahus Regierung diese Angst für ihre Politik instrumentalisiere; sie wird als Regierung messianischer Suprematisten charakterisiert.