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Belgrad-Tagebuch, Teil 2 von 5: Wann wird aus Beobachten Beteiligung?

Thurgau Kultur
Belgrad-Tagebuch, Teil 2 von 5: Wann wird aus Beobachten Beteiligung?

Themen: Demokratie, Gesellschaft, Kultur/Feuilleton

Regionen: International, Europa

Andrin Uetz erlebt während eines Atelierstipendiums in Belgrad die anhaltenden serbischen Proteste nach dem Einsturz eines neugebauten Bahnhofsdachs in Novi Sad am 1. November 2024, bei dem sechzehn Menschen starben. Studierende verlangen eine lückenlose Untersuchung von Korruption und behördlicher Nachlässigkeit; die Proteste richten sich gegen die Regierung und die SNS-Partei. Uetz sympathisiert mit ihren Forderungen, versteht sich jedoch als Gast und fragt, welche Form von Beteiligung ihm zusteht. Anfang November läuft er als beobachtender Zeuge mit, zeichnet Klänge und Videos auf, ohne Parolen mitzusingen. Besonders stören ihn nationalistische und rassistische Äusserungen gegen Präsident Vučić. Tägliche sechzehnminütige Schweigeminuten um 11.52 Uhr legen Verkehrsknoten lahm und erinnern an die Opfer. Für Uetz verbinden sich darin Trauer, Protest und die politische Aneignung öffentlichen Raums. Er sieht Parallelen zu Konflikten um Bauprojekte, Denkmalschutz, Lithiumabbau und demokratische Rechte.

thurgaukultur.ch

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