Prometheus: Der unabhängige Medienspiegel der Schweiz

Seite wird geladen …

Zum Inhalt springen
Zurück zur Übersicht

Der ägyptische Journalismus blickt in den Abgrund

Infosperber
Der ägyptische Journalismus blickt in den Abgrund

Themen: Demokratie, Innen-Politik

Regionen: International, Westasien

Ägyptens unabhängige Medien stehen laut Journalistinnen, Menschenrechtsorganisationen und dem Committee to Protect Journalists unter einer verschärften Repressionswelle. Ende September wurde das gesamte sechs সদস্যige Redaktionsteam der investigativ arbeitenden Plattform Matsadaash festgenommen und nach Angaben von Amnesty International an einem unbekannten Ort festgehalten sowie mutmasslich gefoltert. Den Medienschaffenden wird eine Verbindung zur verbotenen Muslimbruderschaft vorgeworfen; ein ähnlicher Vorwurf hatte sich 2023 als falsch erwiesen. Gegen Lina Attalah, Chefredaktorin von Mada Masr, wurde wegen des Betriebs einer nicht staatlich genehmigten Website ein Verfahren geführt. Sie erhielt die Höchststrafe von umgerechnet rund 44’000 Franken, und Mada Masr muss vom Netz. Kritiker sehen in Lizenzverfahren ein Instrument gegen weitere Plattformen. Die Repression fällt mit Ägyptens möglicher stärkerer Beteiligung am Konflikt im Jemen und wirtschaftlichem Druck durch sinkende Einnahmen am Suezkanal zusammen. Journalistin Rasha Azab wertet die Festnahmen als Vorbereitung politischer Entscheidungen ohne kritische Nachfragen.

www.infosperber.ch

Zum Originalartikel