Themen: Demokratie, Kultur/Feuilleton, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Hans Vorländer untersucht in seinem Buch «Das Ende der Demokratie, wie wir sie kannten» die Krise liberaler Demokratien. Sinkende Zufriedenheit mit der Regierungsform, autoritäre Versuchungen und der Aufstieg populistischer Kräfte seien in Europa und weltweit sichtbar. Als Beispiele erscheinen die USA unter Donald Trump, Brasilien, Deutschland mit der AfD und Frankreich mit politischen Extremen. Justus Benders Zukunftsszenario eines AfD-geführten Deutschlands verdeutlicht, wie rasch Pressefreiheit, Grundrechte und staatliche Institutionen unter Druck geraten könnten. Vorländer beschreibt liberale Demokratie als Zusammenspiel parlamentarischer Teilhabe, begrenzter Macht durch Institutionen und garantierter Grundrechte. Entscheidend sei zudem ein stabiles gesellschaftliches Fundament. Wirtschaftlicher Wandel, prekäre Arbeit, kulturelle Gegensätze und der Verlust nationalstaatlicher Steuerung schwächten das Vertrauen in Politik. Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Vereine verlören an Bindekraft; soziale Medien verstärkten affektive Polarisierung. Einen möglichen positiven Weg sieht Vorländer in einer lernfähigen Demokratie, die Bürger kontinuierlicher an Entscheidungen beteiligt und Kompromissfähigkeit stärkt.