Themen: Demokratie, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt, International, International Unbestimmt
Yves Kugelmann fordert eine Erneuerung jüdischer Interessenvertretungen, die er weltweit und in der Schweiz durch Konkurrenz, Machtkämpfe und fehlende gemeinsame Strategien geschwächt sieht. Angesichts von Populismus, Antisemitismus, Klimawandel, geopolitischen Veränderungen und Wirtschaftskrisen brauche es demokratische Strukturen, Partizipation, Transparenz und kompetenzorientierte Arbeit. Als Beispiele nennt er Nachfolge- und Richtungsstreitigkeiten im Jüdischen Weltkongress, Konflikte mit dem Europäischen Jüdischen Kongress sowie Konkurrenz unter amerikanischen und internationalen Verbänden. In der Schweiz verweist er auf den Konflikt zwischen SIG und CICAD in der Romandie, die führungslose jüdische Gemeinde Bern, Auseinandersetzungen um eine Basler Kundgebung und Sparvorhaben der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich. Jüdische Organisationen erhielten zunehmend öffentliche Gelder und müssten deshalb über Kontrollinstanzen, Ombudsstellen, Amtszeitbegrenzungen, Aufsichtsgremien und saubere Corporate Governance verfügen. Die Konfliktlage verlange eine grundlegend neue politische und organisatorische Zählung.