Themen: Klima&Energie, Umwelt, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, International Unbestimmt
Walter Rüegg stellt die Energiedichte ins Zentrum seiner Kritik an einer vorwiegend auf Photovoltaik und Windkraft basierenden Energiewende. Photovoltaik benötige für die Leistung eines konventionellen Gigawattkraftwerks grosse Flächen, viele Wechselrichter, Kabel und zusätzliche Speicher- oder Ersatzkapazitäten. Besonders problematisch sei der Kupferbedarf: Der Autor verbindet ihn mit grossen Mengen toxischer Bergbauschlämme, die Schwermetalle enthielten und häufig in oberirdischen Becken lagerten. Er vergleicht diese Abfälle mit radioaktiven Abfällen aus Kernenergie und bewertet deren Lagerung als besser kontrollierbar. Trotz hoher Investitionen in erneuerbare Energien sei der fossile Anteil am globalen Primärenergieverbrauch laut Rüegg nur gering gesunken, während die CO₂-Emissionen weiter gestiegen seien. Der geplante weltweite Ausbau fossiler Kraftwerke zeige den Bedarf an jederzeit verfügbarer Energie. Rüegg hält einen schnellen vollständigen Ersatz fossiler Energien durch wetterabhängige Stromquellen für unrealistisch und erwartet langfristig eine stärkere Rolle der Kernenergie, auch wenn deren Ausbau Jahrzehnte beanspruche.