Themen: Innen-Politik, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Wiederkehrende Ausschreitungen im Zürcher Kreis 4 wertet der Autor nicht primär als Versagen, sondern als Ergebnis einer langfristigen Eindämmungsstrategie der Stadtpolizei. Nicht bewilligte Demonstrationen und Krawalle liessen sich ohne einen Polizeistaat nicht vollständig verhindern, könnten aber räumlich begrenzt werden. Seit rund zwanzig Jahren konzentrierten sich entsprechende Aktionen auf wenige Strassen und Plätze rund um Langstrasse, Bäckerstrasse und Helvetiaplatz. Anders als früher fänden sie kaum mehr im Niederdorf, an der Bahnhofstrasse, am Paradeplatz, am Zürichberg oder bei der Europaallee statt. Politik und Polizei hielten damit zentrale Geschäfts- und Prestigeorte von den Ausschreitungen fern. Der Autor sieht darin auch eine Selbstbeschränkung der linksradikalen Szene: Sie rufe kaum mehr zu Aktionen ausserhalb ihres eigenen Quartiers auf. Brennende Container und Sachbeschädigungen erschütterten weder Banken noch grosse Technologie- oder Rüstungskonzerne, sondern erzeugten vor allem Aufmerksamkeit in sozialen Medien und zusätzliche Belastung für Polizeikräfte.