Themen: Innen-Politik, Gleichstellung, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Zwei Anführer der rechtsextremen Gruppierung Junge Tat sind in Zürich zu je zwölf Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden. Vor dem Bezirksgericht versammelten sich rund dreissig Personen mit LGBT- und antifaschistischen Fahnen; sie riefen unter anderem antifaschistische Parolen und warfen der Polizei vor, Faschisten zu schützen. Sechs Mitglieder der Gruppierung standen vor Gericht. Den Beschuldigten wurde vorgeworfen, im Juni 2022 den Pride-Gottesdienst in der Kirche St. Peter und Paul gestört zu haben. Sie drangen in die Kirche ein und platzierten auf einem Holzkreuz die Aufschrift «Kein Pride-Monat». Im Oktober 2022 störten sie zudem eine Drag-Lesung für Kinder im Zürcher Tanzhaus; vor dem Gebäude wurde ein Banner gegen die «Gender-Ideologie» gezeigt. Die Vorwürfe umfassten Diskriminierung und Aufruf zu Hass, Störung der Glaubens- und Kultusfreiheit, Hausfriedensbruch sowie Verstösse gegen das Sprengstoffgesetz. Die beiden Führungspersonen hatten bis zu 15 Monate Haft riskiert, davon sechs unbedingt.