Themen: CH-Politik, Kultur/Feuilleton
Regionen: Schweiz, Basel/NWCH
SVP-Landrat und ehemaliger Landratspräsident Reto Tschudin aus Lausen verlangt per Motion einen offiziellen jährlichen Feiertag für Baselland. Anlass ist das Jahr 2032: Dann jährt sich die Kantonsgründung nach der Schlacht an der Hülftenschanze zum 200. Mal. Der Regierungsrat soll das Gründungsdatum verbindlich festlegen und die gesetzlichen Grundlagen schaffen, damit der Tag künftig jährlich begangen werden kann. Die Glosse ordnet den Vorstoss in einen allgemeinen Bedeutungsverlust von Feiertagen ein. Kirchliche Feste seien vielen ebenso wenig geläufig wie die ursprüngliche Bedeutung weltlicher Feiertage; der 1. Mai erscheine als Gewerkschaftssonntag, der 1. August als Familiengrillfest. Einen zusätzlichen freien Tag hält sie zudem für begrenzt wirksam, weil viele Menschen in der Nordwestschweiz nicht im Wohnkanton arbeiten und andere Kantone keinen entsprechenden Feiertag zur Kompensation kennen. Zugleich wird spekuliert, der Gründungstag könne künftige Generationen auch von Wiedervereinigungsideen mit Basel-Stadt abhalten. Ironisch warnt der Text vor möglichen kommunalen «Gmeinifyrtigen», die Gemeindefusionen zusätzlich erschweren könnten.