Themen: Kultur
Regionen: International, Europa
Das Kunstmuseum Moritzburg in Halle widmet Edmund Kesting (1892–1970) die erste umfassende Retrospektive. Der Maler, Grafiker, Objektkünstler und Fotograf prägte die deutsche Moderne über fünf Jahrzehnte und entwickelte zwischen Expressionismus, Abstraktion, Fotografie und Objektkunst eine eigenständige Bildsprache. Bereits 1919 setzte sich der Dresdner Kunststudent für die Berufung Oskar Kokoschkas an die Kunstakademie ein und gründete später die Kunstschule «Der Weg». Kesting experimentierte mit Collagen, dreidimensionalen Bildbauwerken, Porträts, Mehrfachbelichtungen und fotochemisch erzeugten Chemigrammen. Seine Werke wurden nach 1933 als «entartet» aus Museen und Ausstellungen verbannt. Nach 1945 geriet er erneut unter Druck, weil seine Abstraktion nicht dem sozialistischen Realismus der DDR entsprach; 1948 verlor er seine Professur. Die Schau versammelt Gemälde, Grafiken, Objekte und Bildbauwerke, darunter zahlreiche Leihgaben aus ostdeutschen Privatsammlungen, und ist bis 25. Oktober in Halle zu sehen.