Themen: Demokratie, Partei-Politik
Regionen: International, Europa
In Belgrad hat die serbische Wahl bereits am frühen Morgen eine aussergewöhnliche Mobilisierung ausgelöst. Vor einem Wahllokal im oppositionell geprägten Wohnquartier Zvezdara warteten Menschen schon eine halbe Stunde vor Öffnung. Eine pensionierte Lehrerin begründete ihr frühes Erscheinen mit dem Wunsch, durch hohe Beteiligung Entschlossenheit gegenüber dem Regime von Aleksandar Vučić zu zeigen. Sie hatte bereits an Demonstrationen gegen Slobodan Milošević und später gegen Vučić teilgenommen. Im Verlauf des Vormittags betrug die Wartezeit an diesem Wahllokal mindestens zwei Stunden. Auch aus den neueren Quartieren Novi Beograd und Bežanijska kosa wurden kilometerlange Warteschlangen gemeldet, obwohl die Ergebnisse dort gewöhnlich umkämpfter sind. Vorbeifahrende Autos spielten häufig ein traditionelles Lied, das zur Hymne der studentischen Liste mit der Nummer 3 auf den Wahlzetteln geworden ist. Die hohe Beteiligung und der massive Polizeieinsatz verdeutlichen die Spannungen rund um den Urnengang.