Themen: Iran Krieg, KI/Digital, Krieg&Frieden
Regionen: International, Westasien
Der Dokumentarfilm «NAZA» rekonstruiert anhand anonymisierter Aussagen von 24 israelischen Militär- und Geheimdienstangehörigen den Einsatz der KI «Lavender» im Gaza-Krieg. Das System soll Telefonverbindungen und Gespräche sämtlicher Handybesitzer in Gaza ausgewertet und Personen als Terroristen markiert haben. Weil diese nachts mutmasslich zu Hause waren, seien Wohnungen und Wohnblocks per Drohne bombardiert worden. Dabei seien Familienmitglieder und Nachbarn als Kollateralschäden in Kauf genommen worden. Nach Aussagen aus dem Film lag die akzeptierte Zahl ziviler Todesopfer pro Zielperson, abhängig von deren vermutetem Rang, in der ersten Kriegsphase zwischen mindestens einem Dutzend und über hundert Menschen. Interviewte schildern die technische Distanz zu den Angriffen und moralische Zweifel; eine Zielperson habe sich als 80-jährige Frau erwiesen. Die israelischen Streitkräfte weisen die Darstellung zurück und sprechen von grundlegenden Fehlern bei Opferzahlen, Einsatzregeln und KI-Nutzung. Benjamin Netanyahu bezeichnete den Film als schockierend.