Themen: Geopolitik, Krieg&Frieden, BRICS
Regionen: International, Russland/Eurasien
Belarus will Ende 2026 die Verhandlungen über eine Eurasische Charta beginnen und das Dokument innerhalb eines Jahres den Staats- und Regierungschefs vorlegen. Laut Vizeaussenminister Igor Sekreta soll die Charta eine neue, gleiche und unteilbare Sicherheitsarchitektur schaffen, die das aus seiner Sicht gescheiterte euroatlantische System ablöst. Sie soll Staaten von Lissabon bis Manila offenstehen, ausdrücklich auch EU- und NATO-Mitgliedern. Sekreta unterscheidet die Charta von der jährlichen Minsker Sicherheitskonferenz: Diese sei ein Dialogforum, jene ein politisches und rechtliches Regelwerk. Die Initiative solle bestehende Organisationen wie BRICS, die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, die Eurasische Wirtschaftsunion, ASEAN oder die GUS nicht ersetzen, sondern als strategischer Rahmen verbinden. Neben Sicherheit nennt er wirtschaftliche Entwicklung, Verkehr, Wissenschaft, Technologie und humanitären Austausch. Sanktionen gegen Belarus und Russland bezeichnet Sekreta als wirkungslos; Europa fordert er zur Beteiligung an den eurasischen Prozessen auf.