Themen: Wissenschaft, Technologie, Umwelt
Regionen: Schweiz, Wallis/Graubünden
ETH-Forschende haben am Gornergletscher im Wallis ein Glasfaserkabel verlegt, um Schäden im Inneren des Eises zu erkennen. Das Kabel wird mit Lichtsignalen gespeist; ein Interrogator misst die zurückgestreuten Signale. Entsteht etwa beim Aufbrechen einer Spalte ein Minibeben, verändert sich die Lichtreflexion entlang der Faser. Mit einem mathematischen Modell lässt sich daraus bestimmen, wo und in welcher Tiefe sich das Eis verändert hat. Die Methode erlaubte Untersuchungen bis in 25 Meter Tiefe und machte im Testfeld zahlreiche verborgene Spalten sichtbar. Rund 8 Prozent der Risse waren mit Wasser oder Luft gefüllt, 92 Prozent des Eises galten als intakt. Nach Einschätzung der Forschenden sind innere Risse und Spalten für die Stabilität eines Gletschers entscheidender als grosse, an der Oberfläche sichtbare Spalten. Das Verfahren soll günstiger, weniger aufwendig und genauer sein als klassische Seismometer. Beteiligt waren auch WSL und Universität Oxford; die Studie erschien in Science Advances.