Themen: Umwelt, Kultur/Feuilleton
Regionen: International, Nordamerika
Beth Ann Fennelly beobachtet in Oxford im US-Bundesstaat Mississippi den Sommer über Rubinkehlkolibris an den Nektarspendern. Die Vögel wirken zierlich, erweisen sich aber keineswegs als sanft. Ein dominantes Männchen sitzt verborgen im Laub eines chinesischen Birnbaums, bewacht die Futterquelle und jagt jeden anderen Kolibri davon, der trinken will. Danach kehrt es auf seinen Platz zurück und sträubt auffällig sein Brustgefieder. Für Fennelly sind die Tiere wegen dieser Rivalitäten ebenso unterhaltsam wie schön. Mit dem Herbst verändert sich das Bild: Die Ahornblätter beginnen sich rot zu färben, an der University of Mississippi startet die Football-Saison, und die Besuche an den Futterstellen nehmen ab. Nach wenigen Tagen fehlen die Kolibris ganz. Das Zuckerwasser wird aufgebraucht, die Spender werden gereinigt und versorgt. Bei Gärtnerinnen und Gärtnern im Süden der USA bleibt die Frage, wohin die verschwundenen Vögel ziehen.