Themen: Demokratie, Umwelt, Geopolitik
Regionen: International, Europa
Die Flamingo-Proteste in Albanien richteten sich zunächst gegen ein von Jared Kushner finanziertes Entwicklungsprojekt auf der Insel Sazan, haben sich aber zu einer breiten Anti-Establishment-Bewegung gegen Ministerpräsident Edi Rama entwickelt. Demonstrierende fordern seinen Rücktritt sowie Transparenz, Korruptionsbekämpfung und Schutz der Natur. Die Europäische Kommission hatte bereits im November 2025 auf Umweltrisiken hingewiesen; unter dem Druck der Proteste verlangt sie nun eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Einige Europaabgeordnete fordern einen vollständigen Projektstopp. Der Konflikt stellt die EU vor einen Zielkonflikt: Albanien gilt als fortgeschrittener Beitrittskandidat und strategisch wichtiger Partner, während die Union rechtsstaatliche und ökologische Standards durchsetzen soll. Über 92 Prozent der Albanerinnen und Albaner befürworten laut Bericht einen EU-Beitritt, den Rama bis 2030 versprochen hatte. Hohe Auswanderung, Arbeitslosigkeit, steigende Lebenshaltungskosten, Schattenwirtschaft und schwache öffentliche Dienste prägen die innenpolitische Unzufriedenheit.