Themen: Kultur/Feuilleton, Partei-Politik, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Ruedi Widmer nimmt Herbert Grönemeyers Lied «Kinder an die Macht» zum Anlass für eine satirische Betrachtung über politische Prägung und autoritäre Familienlinien. Alice Weidel sei nach eigener Aussage ohne Wissen über ihren Grossvater, einen SS-Oberscharführer, aufgewachsen; Widmer stellt sie neben Marine Le Pen, Magdalena Martullo-Blocher, Flávio Bolsonaro, Kim Jong-un und Donald Trump. Kinder seien keineswegs automatisch besser als ihre Eltern, argumentiert er, sondern würden beim Erwachsenwerden auch von Politik, Geld, digitalen Medien, Leistungsdruck und gesellschaftlichen Rollen geprägt. Empathische Jugendliche könnten die Welt verändern wollen, autoritäre hingegen richteten sich gegen Schwächere. Als aktuellen Anlass nennt Widmer Stimmen aus der CDU, die im Landtag für eine Machteroberung der AfD in Sachsen-Anhalt gestimmt hätten. Die Kolumne plädiert dafür, Stimmen und politische Stimmungen kritisch zu prüfen, gerade weil junge Menschen in der Schweiz früh abstimmen dürfen.