Themen: CH-Politik, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Ein ehemaliger Lobbyist setzt sich mit dem schlechten Ruf seines Berufs auseinander. Öffentliche Kritik richte sich häufig gegen den Einfluss grosser Unternehmen auf politische Entscheide, etwa im Zusammenhang mit den Eigenmitteln der UBS, der Pharmaindustrie, intensiver Landwirtschaft und deren chemischen Inputs oder den Ölkonzernen. Dabei stehe der Vorwurf im Raum, dass wirtschaftliche Interessen gegenüber Bürgerinnen und Bürgern, indigenen Bevölkerungen, Biodiversität und Gemeinwohl bevorzugt würden. Der Begriff Lobbyismus gehe auf das englische Wort für Vorhalle zurück: Im 17. Jahrhundert konnten Bürger und Interessenvertreter in der Vorhalle des britischen Unterhauses Abgeordnete vor Sitzungen ansprechen. Im 19. Jahrhundert gewann das Gewerbe in den USA mit Konzessionen für Eisenbahnen und Kanäle an Bedeutung und wurde später nur begrenzt reguliert. Der Autor hält dagegen, Unternehmen hätten legitime Interessen gegenüber Mitarbeitenden, Kundschaft, Lieferanten und Aktionären. Gewählte Politikerinnen und Politiker benötigten bei komplexen Vorlagen Informationen über die Interessen verschiedener Beteiligter.