Themen: Gleichstellung, Gesellschaft, Innen-Politik
Regionen: Schweiz, Basel/NWCH
Saskia Leber aus Basel erhält den Prix Courage 2026 für ihren Kampf um Anerkennung als Opfer sexualisierter Gewalt. Anfang 2025 entging sie nach eigenen Angaben zweimal einer Vergewaltigung durch einen vermeintlichen Freund, der ihr und ihren Kindern danach nachstellte. Beim kantonalen Bedrohungsmanagement habe sie keinen ausreichenden Schutz erhalten. Der Mann, der wegen wiederholter Gewaltdelikte gegen Frauen bekannt gewesen sei, beging später Suizid. Leber machte ihren Fall öffentlich und wehrte sich auch ohne anwaltliche Hilfe gegen Behördenentscheide. Im September verpflichtete das Basler Appellationsgericht das Amt für Sozialbeiträge, ihren Anspruch auf Genugtuung neu zu beurteilen, nachdem die Behörde diesen verweigert hatte. Leber kritisiert, Gewaltopfer müssten ihre Erfahrungen zu oft rechtfertigen. Sie fordert eine erleichterte Anerkennung der Opfereigenschaft und eine geringere Beweislast. Als Peer-Beraterin beim Verein «Ein sicheres Dach» will sie andere Betroffene unterstützen.