Themen: Demokratie, KI/Digital, Partei-Politik
Regionen: International, Europa
Ein vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt verbreitetes Video behauptete, AfD-Stimmen würden bei der Briefwahl gezielt ungültig gemacht. Darin übermalt eine Person einen angeblichen AfD-Stimmzettel und sortiert ihn aus. Die gezeigten Unterlagen entsprechen jedoch laut Faktencheck nicht den amtlichen Vorgaben. Mehrere Wahlscheine tragen denselben Namen und dieselbe Wahlscheinnummer, obwohl solche Nummern zur eindeutigen Zuordnung dienen. Stimmzettel und Wahlschein liegen im Video zudem gemeinsam in einem offenen weissen Umschlag; tatsächlich muss der Stimmzettel in einen verschlossenen Umschlag und zusammen mit dem Wahlschein in einen Wahlbriefumschlag. Auch Faltung, Papierdarstellung und die vorgeschriebene Markierung für Sehbehinderte weichen ab. Ein Vergleich mit offiziellen Musterunterlagen aus Oschersleben zeigt weitere Unterschiede. Eine Cemas-Forscherin ordnet die Verbreitung mit hoher Wahrscheinlichkeit der russischen Desinformationskampagne Storm-1516 zu. Ähnliche Falschbehauptungen zur Briefwahl kursierten bereits zuvor.