29.5.2026 Der Geschäftsmann will weg von der UBS. Also klopft er bei der Migros Bank an. Zunächst gehts schnell. Man habe noch ein paar Fragen, meint ein Berater. „Erwerbstätigkeit“, „Arbeitgeber“, „Herkunft Ihrer Vermögenswerte“, wie „erwirtschaftet“, warum er zur Migros Bank wolle? Der KMUler beantwortet das E-Mail umgehend – direkt bei den Fragen, in Rot. „Selbständig. Online Shop. Pensioniert.“ Zur Herkunft des Vermögens schreibt er: „Arbeit, Börse, Erbschaft“. Auch was er von der Migros Bank erwarte fasst der Interessent kurz zusammen: „Privatkonto mit allem Drum und Dran“, dahinter ein Smiley. Das war am Freitag vor 3 Wochen. Danach hörte er nichts mehr. Obwohl seine erste Anfrage sogar von Mitte April stammte. Damals signalisierte er Interesse an einem Migros Bank-Konto. Letzten Mittwoch platzte dem Kleingeschäftsmann der Kragen. Er habe trotz langem Warten „bis heute NULL response“, mailte der dem Migros Bank-Mann unter dem Stichwort „Kontoeröffnung“. „Was ist los bei euch, wann kriege ich endlich das neue Konto welches das UBS Konto ablösen soll“?,wollte er wissen. Wieder blieb die Leitung stumm. Am Donnerstag schrieb der Klein-Unternehmer dann dem Chef der wichtigen Retailbank. „Guten Tag Herr Manuel Kunzelmann, (…) hat die Bank kein Interesse an neuen Kunden.“ Passiert ist zunächst nichts. Auf Anfrage meinte schliesslich eine Sprecherin der Migros Bank: „Die Anliegen unserer Kunden stehen an erster Stelle, weshalb wir stets darauf bedacht sind, unseren Kundinnen und Kunden einen angenehmen Service und rasche Abläufe zu bieten“, so am Freitag Abend. „Allgemein können wir festhalten: Aufgrund der geltenden regulatorischen Vorgaben kann es vereinzelt bei Eröffnungen zu Abklärungen kommen (z.B. zur Ergänzung gewisser Unterlagen), welche unter Umständen eine gewisse Zeit benötigen.“