Themen: Demokratie, Geopolitik, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Europa
52,8 Prozent der Isländerinnen und Isländer haben sich gegen Verhandlungen über einen EU-Beitritt ausgesprochen; die Stimmbeteiligung betrug 82,5 Prozent. Ministerpräsidentin Kristrún Frostadóttir erklärte die Beitrittsdebatte damit zumindest für die Dauer ihrer Amtszeit für beendet. Das klare Nein gilt als Rückschlag für Brüssel, nachdem Umfragen zuvor ein Patt erwarten liessen. Laut Analytikern gab vor allem die Fischerei den Ausschlag. Als wichtigster Wirtschaftszweig des Landes fürchtet die Branche langwierige Gespräche über nachhaltigen Fischfang, Fangquoten und die Verteilung von Fischgründen. Bereits vor 15 Jahren hatte Island einem EU-Beitritt eine Absage erteilt. Das Land ist Mitglied der Efta und des Europäischen Wirtschaftsraums und profitiert damit vom Zugang zu EU-Märkten. Island, Gründungsmitglied der NATO, setzte die Beitrittsverhandlungen mit Brüssel 2013 aus. Ob Reykjavík das Beitrittsgesuch nun formell zurückzieht, bleibt offen. Die rund 400’000 Einwohnerinnen und Einwohner leben in einem der weltweit wohlhabendsten Staaten gemessen am Bruttosozialprodukt pro Kopf.