Themen: CH-Politik, Wirtschaft/Finanzen, Ungleichheit
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Eine UBS-Studie schlägt weitreichende Änderungen an allen drei Säulen der schweizerischen Altersvorsorge vor. Die AHV soll laut dem Vorschlag vom Umlage- zum Kapitaldeckungsverfahren wechseln: Beiträge würden an Finanzmärkten angelegt, statt laufend Renten zu finanzieren. Für Lohnanteile bis 50’000 Franken sollen Beschäftigte und Arbeitgeber je 10 Prozent einzahlen; heute sind es je 4,35 Prozent auf dem gesamten Lohn. Der Autor Marco Diener kritisiert dies als Belastung für tiefere Einkommen und als Vorteil für Gutverdienende sowie die Finanzbranche. Für die zweite Säule sieht die Studie ausschliesslich private Anbieter, Marktrenditen und keine Kapitalgarantie vor. Zudem sollen Unternehmen weniger einzahlen als Angestellte. In der Säule 3a wären Einzahlungen bis 20’000 Franken und ein steuerfreier Kapitalbezug möglich. UBS möchte laut Diener auch Hinterbliebenen- und Invaliditätsleistungen weitgehend durch private Versicherungen ersetzen. Er warnt vor höheren Risiken, Immobilienmarktfolgen und einem Verlust des solidarischen AHV-Prinzips.