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NZZ: Eliteblatt im Allzeittief – Inside Paradeplatz

Inside Paradeplatz
NZZ: Eliteblatt im Allzeittief – Inside Paradeplatz

22.5.2026 Eigentlich dürfte die NZZ-Aktie gar nicht sinken, zumindest nicht so dramatisch. Kein Aktionär kann mehr als 1 Prozent aller Aktien besitzen, der Verwaltungsrat darf ohne Begründung neue Interessenten ausschliessen. Trotzdem fällt der Kurs des Titels immer tiefer. Vor einer Woche erreichte man das Allzeittief. In den letzten Monaten kam eine neue Dynamik auf. Kleinaktionäre verkaufen ihre Titel. Durch Stützungskäufe verhindert die NZZ, dass der Kurs nicht ins Bodenlose fällt. In den letzten fünf Jahren hat sie so ihren Bestand an eigenen Titeln fast verzehnfacht. Mit einer Marktkapitalisierung von 180 Millionen Franken befindet sich das Zürcher Edel-Verlagshaus selbst an der Nebenbörse der Berner Kantonalbank nur im Mittelfeld. In den letzten 20 Jahren rutschte die NZZ-Aktie um 20 Ränge nach unten. Nebst Ringier, TX Group und CH Media zählt die NZZ traditionellerweise zu den „Big Four“ der Schweizer Medienlandschaft. Bei der Zürcher Zeitung gilt das nur noch aus publizistischer Sicht. Wirtschaftlich gesehen hat das Unternehmen den Anschluss an die anderen Medien-Konzerne längst verloren. Der glücklose NZZ-CEO Felix Graf versucht jetzt, das Restpolster mit einer Aufstockung bei der Plakatgesellschaft APG von 25 auf 45 Prozent zu sichern. Der mit Fremdkapital unterstützte Kauf kostete 165 Millionen Franken. Pro Aktie gab die NZZ 220 Franken aus. Aktuell liegt der Kurs des APG-Titels bei 180 Franken. Man hat bereits 30 Millionen Verluste eingefahren. Mit der Beteiligungserhöhung hat die Zeitung nicht mehr viel Spielraum für andere Investitionen. Alleine in den letzten 10 Jahren haben die liquiden Mittel um knapp 70 Prozent abgenommen. Und das war vor dem APG-Abenteuer. Das einzig Gute an dieser Beteiligung sind die stets irrwitzig hohen Dividendenrenditen von 6 Prozent. Die Ankündigung der NZZ-Aufstockung hat dem APG-Kurs allerdings nicht gut getan. Die Alt-Aktionäre wissen: Der Zeitung ist vor allem der „Ertragsstrom“ – sprich die Dividenden – wichtig. Es gibt keine Synergien zwischen den beiden Unternehmen und somit keine neuen Impulse. Die Dividenden sind jedoch nur eine scheinbare Alterssicherung. Die Allgemeine Plakatgesellschaft ist 126, die NZZ 246 Jahre alt. Beide Unternehmen zeichnen sich durch ihre aussergewöhnlich hohen Ausschüttungen aus. Die Aktionäre lassen sich nicht blenden: Die APG hat im letzten Jahr ein Viertel an Wert verloren. Ihr Geschäft steht sowieso vor Disruptionen. Grosse Probleme stehen an: In Zürich, Genf und anderen Städten werden Plakatverbote diskutiert. Die Screen-Formate stehen ebenfalls zur Disposition. Eng umschlungen sind sie jetzt, die beiden Greise. Die NZZ, immer noch die wichtigste Zeitung der Schweiz, weiss nicht, wie ihr geschieht.

insideparadeplatz.ch

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