Themen: Kultur, Gleichstellung
Regionen: International, Europa
Maggie Gyllenhaal hat zum Auftakt der Filmfestspiele von Venedig die politische Bedeutung des Kinos hervorgehoben. Als Präsidentin der Wettbewerbsjury erklärte die jüdische US-Schauspielerin und Regisseurin, Filme seien grundsätzlich und unvermeidlich politisch. Angesichts der Kriege in Gaza und der Ukraine sowie politischer Spannungen in den USA stellte sie die Frage, wie derzeit über Film gesprochen werden könne. Kino könne Empathie schaffen und auch bei Geschichten über moralisch fragwürdige Figuren andere Perspektiven zugänglich machen. Gyllenhaal äusserte sich zudem zur geringen Zahl von Regisseurinnen im Hauptwettbewerb. Nach einer ironischen Bemerkung über angeblich bessere Filme von Männern bezeichnete sie die Situation als systemisches Problem. Frauen hätten es schwerer, Finanzierung für ihre Projekte zu erhalten; zudem sei umstritten, wer künstlerisch wertvolle Themen definiere. Gyllenhaals Regiedebüt «Frau im Dunkeln» erhielt 2021 in Venedig den Drehbuchpreis.