Themen: KI/Digital, Gesundheit
Regionen: Schweiz, Basel/NWCH
Die Dargebotene Hand plant einen KI-Chatbot für ihren Beratungschat, weil Freiwillige derzeit nur etwa ein Viertel bis ein Drittel der Anfragen beantworten können. Der Bot soll Wartezeiten überbrücken, während die telefonische Beratung weiterhin durch Menschen erfolgt. SP-Grossrätin und Psyadora-Geschäftsführerin Amina Trevisan begrüsst KI als möglichen niederschwelligen Einstieg, lehnt sie jedoch als Ersatz für menschliche Beratung ab. Bei Einsamkeit, familiären Krisen, Gewalterfahrungen oder akuter Suizidalität brauche es echte Beziehungen, gezielte Nachfragen und rasch erreichbare Fachpersonen. Eine Studie der Brown University stellte bei Chatbots unter anderem ungefragte Ratschläge und problematische Reaktionen auf Krisen fest. Hinzu kommen Risiken bei Cloud-Angeboten: Nutzende verlieren die Kontrolle über sensible Personen- und Nutzungsdaten. Die Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel prüfen Chatbots bislang konzeptionell; Gespräche sollen bei Therapeutinnen und Therapeuten bleiben. Für Krisenfälle seien klare Leitlinien und unmittelbare Übergaben an Menschen nötig.