Themen: Innen-Politik, Gesellschaft, Migration/Asyl
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur, International, Europa
Manuel Corchia und Tobias Lingg, die führenden Figuren der rechtsextremen Jungen Tat, müssen sich vor dem Zürcher Bezirksgericht wegen Hassaufrufs, Diskriminierung, Nötigung, Sachbeschädigung sowie weiterer Delikte verantworten. Die Staatsanwaltschaft fordert je 15 Monate Freiheitsstrafe, davon sechs unbedingt. Zentral sind Aktionen von 2022 gegen einen Pride-Gottesdienst und eine «Drag Story Time» in Zürich; vier weiteren Mitgliedern liegen Strafbefehle vor. Die Junge Tat wurde Ende 2020 gegründet und gilt als besonders aktive rechtsextreme Gruppierung der Schweiz. Sie propagiert «Remigration», einen Begriff, hinter dem die Deportation als nicht zugehörig definierter Menschen steht. Laut Recherche ist die Gruppe eng mit dem identitären Netzwerk um Martin Sellner verbunden und nahm am europäischen «Remigration Summit» in Portugal teil. Corchia und Lingg setzen auf professionell produzierte Videos, Naturinszenierungen und Veranstaltungen. Nach einem Prozessnachtrag verweigerten die sechs Beschuldigten vor Gericht Aussagen; ein Urteil steht noch aus.