Themen: CH-Politik, Migration/Asyl, Innen-Politik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Der Inländervorrang light verpflichtet Arbeitgeber bei Berufen mit hoher Arbeitslosigkeit, offene Stellen zuerst dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum zu melden. Registrierte Stellensuchende erhalten dadurch fünf Arbeitstage Vorsprung. Seit 2026 arbeitet mehr als jeder zehnte Erwerbstätige in einer Berufsart mit Stellenmeldepflicht. Bei Verstössen drohen Bussen von bis zu 40'000 Franken. Hinweise und Recherchen wecken jedoch Zweifel, ob die Regel konsequent eingehalten wird. Umweltwissenschaftler gehören seit diesem Jahr zu den meldepflichtigen Berufen. Auf privaten Jobportalen finden sich zahlreiche Stellen, im staatlichen Job-Room dagegen deutlich weniger. Auch öffentlich ausgeschriebene Stellen von Gemeinden und staatsnahen Betrieben waren dort teilweise nicht auffindbar. Das Seco warnt, daraus voreilig auf Verstösse zu schliessen: Die Plattformen seien nicht direkt vergleichbar, und nach Ablauf der fünftägigen Frist müsse eine Stelle nicht weiter im Job-Room erscheinen. Die Kontrolle liegt bei den Kantonen, die sie seit Ende 2023 selber finanzieren müssen.