Themen: Gesundheit, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Sportsucht hängt laut Profi-Triathletin Flora Colledge nicht primär von der Trainingshäufigkeit ab, sondern davon, ob Bewegung zum Zwang wird. Betroffene trainieren auch bei Krankheit, Verletzung oder Zeitmangel, vernachlässigen Freunde, Familie und Beruf und passen Umfang sowie Intensität nicht ihrer Tagesform an. Anders als Leistungssportlerinnen und -sportler regenerieren sie sich nicht ausreichend. Forschende vermuten, dass das Glücksgefühl beim Training und unter anderem Dopamin eine Rolle spielen. Mit zunehmender Gewöhnung könne der Effekt nachlassen; Betroffene trainierten dennoch weiter, um Schuldgefühle oder Unwohlsein zu vermeiden. Sportsucht weist Ähnlichkeiten mit Spiel- und Onlinespielsucht auf, etwa steigenden Bedarf, Entzugserscheinungen und Kontrollverlust. Unterschieden wird zwischen primärer Sportsucht, die negative Gefühle kompensieren soll, und sekundärer Sportsucht im Zusammenhang mit Essstörungen. Eine evidenzbasierte Standardtherapie fehlt; als Ansatz gilt kognitive Verhaltenstherapie.