Themen: Demokratie, Geopolitik, Gesellschaft
Regionen: International, International Unbestimmt
Patrick Lawrence sieht westliche Gesellschaften in einer Krise von Demokratie, Gewissen und Menschenwürde. Er beschreibt ein verbreitetes Gefühl der Ohnmacht angesichts staatlicher Macht, Krieg und eines von ihm als Völkermord bezeichneten Angriffs auf das palästinensische Volk. Als erste Quelle der Würde nennt er das Handeln nach Prinzipien: In Anlehnung an Henry David Thoreau dürfe Widerstand gegen unmoralisches staatliches Handeln nicht bei Zustimmung oder Petitionen stehen bleiben. Mit Albert Camus und Craig Murray betont er, dass Handeln auch dann notwendig bleibe, wenn sein Erfolg ungewiss sei. Zweitens fordert Lawrence, andere Gesellschaften und Völker nicht durch westliche Feindbilder zu betrachten. Russophobie, Sinophobie und Islamophobie seien Ausdruck einer propagandistisch erhaltenen Spaltung. Drittens plädiert er für die Gleichberechtigung aller Nationen, die Verteidigung der UNO, des Völkerrechts und des innerstaatlichen Rechts. Würde verlange dabei auch öffentliche Verurteilung von Unrecht und persönliche Opferbereitschaft.