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Zolliker Katholiken wie im hölzernen Himmel – Inside Paradeplatz

Inside Paradeplatz
Zolliker Katholiken wie im hölzernen Himmel – Inside Paradeplatz

Alex Gantner ist Finanzinvestor. Bis 2023 sass er für die FDP im Zürcher Kantonsrat. Heute ist er parteilos. 29.5.2026 Eine halbe Stunde vor Mitternacht wurden in der Zolliker Kirche Heilige Dreifaltigkeit vom eingesetzten Mediator die Resultate der umstrittenen und geheimen Wahl verlesen. Die Komplett-Abwahl der bisherigen katholischen Kirchenpflege von Zollikon und Zumikon war perfekt. Zum neuen Präsidenten der Katholiken in den beiden Goldküsten-Prestigegemeinden mit den tiefsten politischen Steuerfüssen im Kanton wurde Raphael Widmer (parteilos) gewählt. Beruflich ist Widmer als Group CFO der Stadler Rail um Patron Peter Spuhler seit seinem Eintritt in die Geschäftsleitung 2016 konstant und mannigfach gefordert. Der Aktienkurs hat sich seit dem Börsengang 2019 ungefähr halbiert und lag auch schon unter 18 Franken. Dies trotz eines exorbitanten Auftragsbestandes von über 32 Milliarden. Nun folgt die Bewältigung einer weiteren Krise beziehungsweise eines Turnarounds in Kleinformat, aber mit Sprengkraft. Seit einem knappen Jahr beschäftigt sich die von Widmer präsidierte Rechnungsprüfungskommission (RPK) mit Aspekten zur Unvoreingenommenheit der Kirchenpflege und der Abwicklung von einzelnen Beschaffungen. Es geht um mutmassliche Unregelmässigkeiten bei Arbeitsvergaben an einzelne Behördenmitglieder bei der Buchführung und bei Malerarbeiten. Die entsprechenden Berichte führten Ende April zu einer Aufsichtsbeschwerde durch die RPK an die entsprechende Aufsichtskommission. Ein Verdikt ist noch ausstehend. Geurteilt haben jetzt aber die gut 220 anwesenden Mitglieder der katholischen Kirche Zollikon und Zumikon im Rahmen der ordentlichen Gesamterneuerungswahlen für die Legislatur 2026-30. Diese erfolgt im Plenum, nicht an der Urne. Für die Mehrheit war das Vertrauen in die bisherigen Verantwortlichen angeschlagen oder hat sogar den Nullpunkt erreicht. Insgesamt sieben Anfragen deuteten auf weitere Missstände hin. So wurde bekannt, dass über Jahre im Pfarrhaus ein Airbnb betrieben worden sei. Über 200 Gäste hätten in der Unterkunft zu einem Preis rund 69 Franken übernachtet. Auf den entsprechenden Hinweis sei das Inserat entfernt worden. Da die Abklärungen derzeit noch liefen, könne die Kirchenpflege keine abschliessende Beurteilung oder Detailauskunft geben. Der Aufruf des Pfarrers, Spenden und Legate an kirchliche Stiftungen zu richten und nicht an die Kirchgemeinde selbst, sorgte ebenfalls für Stirnrunzeln. Dies sei in der Tat „ungewöhnlich“ und wäre an einer kürzlichen Sitzung der Kirchenpflege „thematisiert“ worden. Auch dass während Gottesdiensten Anfang Mai einzelne Kandidaten eine Plattform für ihre Kandidatur erhielten, wurde angesprochen. Auf die einseitig erfolgte Information wurde ein Schreiben an alle katholischen Haushalte versandt. Nun hat das Wahlvolk den Leistungsausweis der bisherigen Behördenmitgliedern mit aller Deutlichkeit quittiert. Die „Checks & Balances“ funktionieren. Finanziell, juristisch und arbeitsrechtlich ist der Fall aber noch lange nicht abgeschlossen.

insideparadeplatz.ch

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