Themen: Kultur
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Martin Moszkowicz, neuer Verwaltungsratspräsident des Zurich Film Festival, sieht den Kinomarkt trotz Streaming, Förderkürzungen und Streiks robust. Besonders in einer von beliebigen Social-Media-Inhalten geprägten Zeit suche das Publikum wieder aussergewöhnliche Kinoerlebnisse. Das ZFF will er als weltweit erkennbare Marke stärken, ohne einen neuen Wettbewerb zu anderen Festivals wie Locarno zu schaffen. Zürich habe dank seiner Lage im Kalender, seiner Publikumsorientierung und der weitgehend privaten Finanzierung besonderes Potenzial. Moszkowicz begrüsst die starke Hollywood-Verbindung, wünscht sich aber auch mehr europäische Produktionen im Programm. Politisch ausgerichtet soll das Festival nicht sein; qualitativ überzeugende, auch kontroverse Filme müssten jedoch Platz haben. Die Debatte über Antisemitismus, Antizionismus und den Gaza-Krieg beschäftigt ihn stark. Zudem kritisiert er mögliche Regierungsverantwortung der AfD und fordert eine grundlegende Erneuerung der deutschen Filmförderung. Als Präsident will er vor allem internationale Kontakte und strategische Erfahrung einbringen.