Themen: Demokratie, KI/Digital, Partei-Politik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Der 22-jährige Geschichtsstudent David Acklin fragt, ob die Schweizer Konkordanzdemokratie der zunehmenden Polarisierung im digitalen Zeitalter standhält. Junge Menschen bildeten ihre politischen Meinungen zunehmend über Instagram-Reels und TikTok-Videos statt über ausführliche Medienberichte. Solche Kurzformate vereinfachten Themen, emotionalisierten sie und arbeiteten mit pauschalen Zahlen sowie Halbwahrheiten. Als Beispiel nennt Acklin die Kampagne zur SVP-Initiative «Keine 10 Millionen Schweiz»: Über zugespitzte Darstellungen von Kriminalität, Wohnungsnot und Zuwanderung werde ein allgemeiner Bevölkerungsdeckel als Lösung präsentiert. Algorithmen verstärkten die Wirkung, indem sie Nutzenden ähnliche, empörende Inhalte wiederholt ausspielten. Dies erschwere die Suche nach Kompromissen zwischen politischen Lagern. Acklin setzt auf die Fähigkeit der Bürgerinnen und Bürger, verschiedene Medien und Positionen differenziert zu prüfen. Zusätzlich fordert er eine zeitgemässe Schulung zum Umgang mit sozialen Medien und Informationsüberfluss in Bildungsinstitutionen; auch Nutzungsbeschränkungen seien zu erwägen.