Themen: Neutralität, CH-Politik, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt, International, Afrika
Fabian Molina zeichnet die Übernahme der Ems-Chemie durch Christoph Blocher 1983 nach und wirft ihm vor, danach die Geschäftsbeziehungen zum südafrikanischen Apartheidregime ausgebaut zu haben. Die Tochterfirma Ems-Patvag habe Munitionszünder geliefert und eine Lizenzproduktion in Südafrika aufgebaut. Der Autor ordnet dies in das verschärfte UNO-Waffenembargo von 1977 ein, das die Schweiz unter Berufung auf ihre Neutralität nicht anwenden wollte. Schweizer Rüstungsunternehmen, Banken und Behörden hätten nach dieser Darstellung zur wirtschaftlichen und militärischen Handlungsfähigkeit des Regimes beigetragen. Genannt werden Waffenexporte, Technologietransfers für das Nuklearprogramm sowie der Goldhandel über Zürich. Blochers 1982 gegründete Arbeitsgruppe südliches Afrika habe Sanktionen abgelehnt und die Apartheid ideologisch verteidigt. Molina verbindet diese Geschichte mit der Neutralitätsinitiative, über die am 27. September abgestimmt werden soll, sowie mit der SVP-Forderung nach einer Aufhebung von Sanktionen gegen Russland.