Themen: Neutralität, CH-Politik, Krieg&Frieden
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Jacques Baud plädiert im Interview für eine strikt auf die Landesverteidigung ausgerichtete Schweizer Neutralität. Die Partnerschaft für den Frieden habe nach dem Kalten Krieg zunächst der Zusammenarbeit gedient, sei für viele Staaten jedoch zum Vorraum eines NATO-Beitritts geworden. Die Schweiz solle sich nach seiner Auffassung weder an einer europäischen Verteidigung noch an der Finanzierung des Ukrainekriegs beteiligen. Baud schreibt europäischen Regierungen Druck auf die Ukraine und auf die Schweiz bei Sanktionen zu und hält den NATO-Beitritt Finnlands und Schwedens für eine sicherheitspolitische Verschärfung. Aussagen des deutschen Aussenministers zur Bedeutung des Schweizer Stromnetzes weist er zurück. Bei der Beschaffung von 36 F-35 kritisiert Baud unzureichende Vertragsprüfung und Verhandlungsführung. Er vergleicht den Schweizer Preis von 6,4 Milliarden Franken mit Finnlands Kauf von 64 Flugzeugen für 7,4 Milliarden Euro und warnt vor Abhängigkeiten von ausländischen Rüstungsherstellern.