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Inva­li­den­ver­si­che­rung vor Zerreissprobe

Das Lamm
Inva­li­den­ver­si­che­rung vor Zerreissprobe

Themen: CH-Politik, Gesundheit, Gesellschaft

Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt

Die Invalidenversicherung steht wegen erwarteter jährlicher Defizite von 300 bis 700 Millionen Franken erneut vor einer Reform. Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider hat im Februar eine Stossrichtung mit Einsparungen, Zusatzfinanzierung oder beidem angekündigt. Fachleute kritisieren, dass restriktive Rentenentscheide Menschen ausschliessen, die realistisch nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt bestehen können. Laut einer Studie des Bundesamts für Sozialversicherungen bezog etwa jede siebte bei der IV angemeldete Person vier Jahre später Sozialhilfe. Betroffene ohne Rente verlieren zudem oft den Zugang zu Ergänzungsleistungen, beruflicher Vorsorge, geschützten Arbeitsplätzen und weiteren Unterstützungen. Der Rechtsprofessor Thomas Gächter sieht Kosten zunehmend bei Familien und Betroffenen statt bei der Versicherung. Die IV verweist auf steigende Ausgaben durch Leistungsverbesserungen, längere Lebenserwartung, medizinische Massnahmen und die Erhöhung des Frauenrentenalters. Integrationsleistungen für 18- bis 24-Jährige sollen künftige Neurenten senken, reichen laut IV-Leitung finanziell aber nicht aus.

Das Lamm

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