Themen: Gleichstellung, Partei-Politik, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Violaine De Filippis-Abate untersucht in ihrem Buch die feministische Selbstdarstellung des französischen Rassemblement national (RN). Marine Le Pen habe den Abstand zwischen männlicher und weiblicher RN-Wählerschaft verringert; bei den Europawahlen 2024 habe die Partei erstmals mehr Wählerinnen als Wähler gehabt. Die Autorin bezeichnet die Strategie als «Fémonationalismus»: Frauenrechte würden vor allem dann hervorgehoben, wenn sich damit eine nationalistische und migrationsfeindliche Politik begründen lasse. Sie verweist auf eine Auswertung von 189 parlamentarischen Vorstössen und Änderungen zu Frauenrechten zwischen 2022 und 2025, von denen der RN 42 Prozent unterstützt habe. Der Partei fehle eine Politik gegen strukturelle sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt; im Gegenbudget 2026 seien keine entsprechenden Mittel vorgesehen. Laut einer Statistik des Innenministeriums hatten 87 Prozent der erfassten Beschuldigten bei sexueller Gewalt ausserhalb von Paar- oder Familienkontexten die französische Staatsangehörigkeit. De Filippis-Abate kritisiert zudem RN-Abstimmungen gegen Schutzmassnahmen sowie Einschränkungen, etwa die Streichung von Zuschüssen an die Familienplanung in Carpentras.