Themen: Technologie, Kultur, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Zentralschweiz, Tessin
Die Gotthardbahn mit ihrem 1882 eröffneten Scheiteltunnel gilt als Höhepunkt des Schweizer Eisenbahnbaus im 19. Jahrhundert. Alfred Escher trieb das Projekt voran, während Ingenieur Robert Gerwig die Kehrtunnel auf den steilen Nord- und Südrampen plante. Der Gotthardvertrag von 1871 verpflichtete Deutschland, Italien und die Schweiz zu Beiträgen von zusammen 85 Millionen Franken; zusätzlich wurde privates Kapital über Aktien beschafft. Der Genfer Unternehmer Louis Favre erhielt den Auftrag für den 15 Kilometer langen Tunnel zwischen Göschenen und Airolo, nachdem er eine Bauzeit von acht Jahren und einen tiefen Preis offeriert hatte. Die Arbeiten begannen 1872 und gerieten wegen harten Granits, instabilen Gesteinsschichten, Wassereinbrüchen und anfänglich schwachen Bohrmaschinen ins Stocken. Die überwiegend aus Norditalien stammenden Mineure lebten oft in schlechten Unterkünften und arbeiteten unter schwierigen Bedingungen. Druckluftbohrer und Druckluftlokomotiven steigerten später den Vortrieb. Neue Basistunnel am Gotthard und Ceneri verkürzten die Verbindung zwischen Zürich und Lugano weiter.