Themen: Neutralität, CH-Politik, KI/Digital
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt, International, Russland/Eurasien
Tamedia-Zeitungen berichten laut dem Kommentar wiederholt über eine angebliche russische Einmischung in den Abstimmungskampf zur Neutralitätsinitiative vom 27. September. Genannt werden ein Bericht des russischen Aussenministeriums, Beiträge von Russia Today und Schweizer Stimmen, die als prorussisch bezeichnet werden. Kritisiert wird dabei auch die Darstellung der russischen Botschaft in Bern und die Beanstandung, Bundesrat Ignazio Cassis reagiere zu gelassen auf solche Äusserungen. Der Kommentar hält dem ein ganzseitiges Tamedia-Interview mit dem ehemaligen schwedischen Ministerpräsidenten und Aussenminister Carl Bildt entgegen. Bildt riet der Schweiz, sich für die Zukunft nicht die Hände zu binden, forderte ausreichende Verteidigungs- und Nachrichtendienstressourcen und kritisierte das Schweizer Ausfuhrverbot für 35-Millimeter-Munition in die Ukraine. Dass auch diese Aussagen eine Einmischung darstellen könnten, sei nicht thematisiert worden. Der Autor fordert eine gelassenere Behandlung russischer Stellungnahmen und mehr Vertrauen in die Urteilsfähigkeit der Stimmberechtigten.