Themen: Innen-Politik, Partei-Politik
Regionen: Schweiz, Tessin
Die parlamentarische Untersuchungskommission zum Fall Hospita veröffentlicht ihren über 300 Seiten starken Bericht am 11. November. Nach vorliegenden Informationen bestätigt sie keine angebliche Absprache zur Wahl Eolo Albertis in den Verwaltungsrat des Ente ospedaliero cantonale, zur Anstellung Sabrina Aldis bei Hospita und zur Ernennung Alvaro Camponovos in die Staatsanwaltschaft. Alberti, der sich strafrechtlich wegen Finanzdelikten verantworten muss, wird für sein Verhalten jedoch deutlich kritisiert; Aldis Verantwortung wird eingegrenzt. Besonders beanstandet die Kommission Albertis Wahl in den EOC-Verwaltungsrat. Trotz interner Warnungen des EOC und einer negativen Einschätzung des Departements für Gesundheit und Soziales hätten Regierung und Parlamentsmehrheit parteipolitische Logik vor notwendige Abklärungen gestellt. Einzelne Regierungsmitglieder werden dabei nicht persönlich gerügt. Kritik trifft auch den früheren Lega-Koordinator Norman Gobbi wegen seiner Doppelrolle als Regierungsrat und interimistischer Parteichef sowie Alessandro Mazzoleni wegen seines Umgangs mit einem parteiinternen Bericht. Strafbare Meldepflichtverletzungen stellt die Kommission nicht fest.