Themen: Demokratie, Kultur/Feuilleton
Regionen: International, Nordamerika
Die Karikaturistinnen Ann Telnaes und Patrick Chappatte reagieren mit dem Buch «Zensur in Amerika» auf Eingriffe in ihre Arbeit bei grossen US-Zeitungen. Die «New York Times» strich nicht nur Chappatte, sondern alle täglich erscheinenden Karikaturen. Die «Washington Post» verweigerte Telnaes die Veröffentlichung einer Zeichnung, auf der Jeff Bezos und weitere Milliardäre vor Donald Trump knien und ihm Geldsäcke anbieten. Telnaes kündigte daraufhin ihre Stelle bei der Zeitung. Beide Zeichnenden sehen politische Satire als Mittel, Mächtige kritisch sichtbar zu machen und Realität in Zeiten von Desinformation offenzulegen. Chappatte warnt, Zensur nehme dort zu, wo Demokratie zurückgehe und Angst verbreitet werde; viele grosse US-Zeitungen veröffentlichten gegenwärtig keine Trump-kritischen Karikaturen mehr. Das grossformatige Buch enthält fast 200 Cartoons über Trump und sein Umfeld sowie Kommentare zu ihren Hintergründen und zur Rolle der Karikaturkunst in der demokratischen Öffentlichkeit.