Themen: Neutralität, CH-Politik, Geopolitik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt, International, Europa
Die Gespräche zwischen Iran und den USA auf dem Bürgenstock wertet der Autor nicht als Erfolg schweizerischer Neutralität oder guter Dienste. Der Verhandlungsort habe vielmehr Katar, Pakistan, Washington und Teheran in ihre jeweiligen Interessen gepasst. Katar besitze den Bürgenstock über Katari Hospitality; Pakistan sei wegen seiner Beziehungen zu Iran als Vermittler wichtig. Grundsätzlich kritisiert der Autor die Schweizer Aussenpolitik als unzureichend. Die Schweiz sei als weder EU- noch NATO-Mitglied vom europäischen Diskurs über Sicherheit ausgeschlossen und prüfe keine grenzüberschreitende Verteidigung, etwa eine Alpenallianz. Neutralität biete seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs keine Sicherheitsgarantie mehr, argumentiert er. Finnland und Schweden hätten auf die veränderte Lage mit NATO-Beitritten reagiert. Auch wirtschaftlich sieht der Autor den Freihandel unter Druck. Er verweist auf den pazifischen Handelsblock CPTPP und mögliche Gespräche mit der EU. Die Schweiz solle sich an einem europäischen Verteidigungsabkommen beteiligen und eine Annäherung an diesen Wirtschaftsblock suchen.