Themen: Kultur/Feuilleton
Regionen: International, International Unbestimmt
Michele Ruols erster Roman «Inventaire de ce qui reste après que la forêt a brûlé» kreist um eine Familie, deren zwei Söhne bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind. Die vier Figuren bleiben namenlos und heissen Vater, Mutter, Älterer und Jüngerer. Statt die Trauer direkt auszusprechen, entfaltet der dramaturgisch konstruierte Text sie über Gegenstände: ein silberner Bilderrahmen, der auch auf dem Grabstein erscheint, Konzerttickets für einen Termin nach dem Unfall oder eine Schramme am Möbelstück nach einem verbotenen Fussballspiel in der Wohnung. Die 99 kurzen, zeitlich nicht geordneten Kapitel umfassen achtzehn Jahre vor und nach dem Unfall, bei dem die Familie gegen einen Pappelbaum prallt. Alltägliche Dinge bewahren die Spuren eines früheren Familienlebens und machen die Abwesenheit der Kinder messbar.