Themen: Innen-Politik
Regionen: Schweiz, Basel/NWCH
Das Basler Appellationsgericht rollt den Fall «Basel 18» zehn Jahre nach einer Vandalismus-Tour durch Grossbasel neu auf. In der Nacht vom 24. Juni 2016 zogen rund 50 Personen vom Steinengraben über das Unispital bis zum Totentanz. Entlang der Route wurden Fassaden beschmiert, Schaufenster eingeschlagen und laut Vorwurf Steine auf Polizei und Fahrzeuge geworfen. Der Schaden belief sich auf rund 160’000 Franken. Die Aktion war als Demonstration gegen Rassismus, Repression und Stadtaufwertung bezeichnet worden, doch das Strafgericht sah 2019 keine über den Vandalenakt hinausgehende erkennbare Botschaft. Von 18 Beschuldigten wurden damals 15 meist zu teilbedingten Freiheitsstrafen von 20 bis 27 Monaten verurteilt, obwohl ihnen keine einzelnen Taten direkt nachgewiesen werden konnten; ausschlaggebend war die angenommene Mittäterschaft. Nun stehen noch zwölf Personen vor Gericht und verlangen teils Freispruch. Die befragten Polizisten schildern ihre Erinnerungen als vage. Das Urteil soll bis 13. November fallen.